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berlinerförderp rogramm künstle rischeforschung

 
 

Unterstützungsschreiben / Statements of Support

Das Berliner Programm Künstlerische Forschung steht vor dem Aus. 
Im Doppelhaushalt 2026/27 ist keine Förderung seitens CDU/SPD vorgesehen.
Um den vielen Stimmen für den Erhalt des Programms Raum zu geben, veröffentlichen wir an dieser Stelle Statements und Unterstützungsbekundungen, die uns von Kulturschaffenden, Künstler*innen, Institutionen, Fellows des Programms und weiteren Akteur*innen erreichen.

The Berlin Artistic Research Programme is facing closure. 
No funding is allocated to it by CDU/SPD in the 2026/27 budget draft.
To amplify the calls for the continuation of the program, we are sharing here the support voiced by artists, cultural workers, institutions, fellows of the programme and other actors.


“Die Abwicklung des Berliner Programms künstlerische Forschung ist ein großer Fehler und reiht sich ein in viele jüngere Maßnahmen dieser Senatsverwaltung und des Berliner Abgeordnetenhauses, die dem Ansehen Berlins als Anziehungspunkt für Künstler*innen und Kulturschaffende aller Sparten und Spezialitäten, Herkünften und Historien schweren Schaden zufügen. Ich verfolge die Aktivitäten des Programms seit seinen Anfängen, mit großem und mit der Zeit kontinuierlich wachsendem Interesse. Gemeinsam mit meinen Kolleg*innen beim Harun Farocki Institut habe ich mich auch an nur bereichernd und produktiv zu nennenden Kooperationen beteiligt. Etablierten und weniger bekannten Forschenden in den Künsten bietet das Programm neben einer finanziellen Grundsicherung für die Phase der Förderung eine wichtige Plattform zur Entwicklung, Präsentation und Diskussion ihrer Projekte auch weit über das Ende ihrer Zeit als Stipendiat*innen hinaus. Künstlerische Forschung ist ein sich selbst ständig befragendes und überprüfendes internationales, in Netzwerken zwischen Hochschulen und Kunstwelt eingebettetes Unternehmen, das seit mehr als drei Jahrzehnten den Begriff, was Kunst – als Modus des Wissens und der Wissensproduktion – ist und sein kann, entscheidend erweitert hat. Im Sinne einer Ökologie und Ökonomie des Wissens und der Künste ist es leichtsinnig und hochgradig unnachhaltig, das seit 2020 mit großer Energie und persönlichem Einsatz vieler Beteiligter Aufgebaute einfach aufzugeben. Ein Ende, wie es von Seiten der Senatsverwaltung und den Abgeordneten offenbar geplant ist, wird auch durch seine schnöde Art und Weise das ohnehin angeschlagene Vertrauen in die Kulturpolitik Berlins unter den Akteuren in dieser Stadt, aber auch außerhalb von ihr nicht gerade stärken.”

– Dr. Tom Holert, Harun Farocki Institut


“Mit großer Besorgnis schreibe ich Ihnen in Bezug auf den vorgeschlagenen Änderungsantrag, die Finanzierung des Berliner Programms für Künstlerische Forschung einzustellen. Als Künstler und Forscher, der innerhalb dieses Programms gearbeitet hat, möchte ich betonen, dass eine solche Entscheidung eines der wenigen Förderinstrumente in Deutschland schwächen würde, das die Fortführung künstlerischer Forschung mit starkem sozialen, ethischen und aufklärerischen Anliegen ermöglicht und zukünftige Projekte verhindern würde.

Das Programm für Künstlerische Forschung unterstützt Praktiken, die zwischen Kunst, Bildung und Gesellschaft operieren, Bereiche, in denen Fragen von Demokratie, Gleichheit und historischer Verantwortung kontinuierlich verhandelt werden. Eine Kürzung dieses Programms birgt das Risiko, eine Generation von Künstlerinnen und Künstlern zum Schweigen zu bringen, deren Arbeit wesentlich zum kulturellen Fortschritt beiträgt, indem sie genau jene Themen aufgreift, denen sich Deutschland heute stellen muss.

Die Beendigung des Programms wäre ein Rückschritt und stünde im Widerspruch zur wachsenden internationalen Anerkennung der künstlerischen Forschung als einer wesentlichen und anspruchsvollen Disziplin. Ich bitte Sie daher nachdrücklich, diesen Änderungsantrag zu überdenken und diesen wichtigen Raum für künstlerische, anspruchsvolle und intellektuelle Freiheit zu bewahren.”

– Prof. Dr. Anton Kats, Artist, Fellow (2024/25)


“The Berliner Programm Künstlerische Forschung supported my work during an extremely difficult year of the Russian-Ukrainian war. It is a unique program where new works are created, interdisciplinary forms of art emerge, and the discursive field evolves — all without encroaching on artistic freedom, which is especially vital today. I speak in support of this program because it is irreplaceable in its courage and in its willingness to give artists the time they need for their work.”

– Yevgenia Belorusets, Artist, Writer and Ad-Hoc Fellow Weltoffenes Berlin (2022/23)


“Ende Oktober war ich in Eindhoven und Maastricht bei den Open Studios der dortigen Kunsthochschulen. Dort ist künstlerische Forschung kein Zusatz, sondern zentraler Bestandteil des akademischen Selbstverständnisses. Sie bildet den Knotenpunkt, der die Fachbereiche in einen Dialog bringt, Methoden weiterentwickelt, Transdisziplinarität ermöglicht und zu einem tieferen Verständnis unseres Einflusses auf die Welt beiträgt – und öffnet Anschlussstrukturen, die künstlerische Forschung fördert. Die künstlerische Forschung verortet sich in der Kunst. Sie entsteht aus künstlerischer Praxis—mit ihren eigenen Fragen, Verfahren und Formen—und wird mit Mitteln der Kunst gefördert: mit Zeit und Räumen, Studios und Laboren, kuratorischer und editorischer Begleitung, offenen öffentlichen Formaten und reflektierter Dokumentation.

Damit diese forschende Praxis nicht an der Schwelle nach dem Abschluss abreißt, braucht es ein abgestuftes Förderinstrumentarium für forschende Künstler*innen auch in Berlin. Vor diesem Hintergrund wäre es fatal, das Berliner Programm „Künstlerische Forschung“ zu streichen. Berlin würde damit genau jenes Gefüge auflösen, das andere europäische Städte als öffentliche Aufgabe verankern: die Zusammenarbeit von Ausbildung, Forschung und künstlerischer Praxis. Kulturpolitisch käme das einem Rückzug aus der europäischen Vergleichbarkeit gleich. Stattdessen braucht es die Verstetigung und Weiterentwicklung des Programms—als Infrastruktur des gemeinsamen Lernens, die Verantwortung übernimmt und der Stadt jene Orte des Denkens und Handelns erhält, die sie ausmachen.”

– Gürsoy Doğtaş, Kurator der Manifesta 16 im Ruhrgebiet


“Die Nachricht vom drohenden Ende des seit 5 Jahren mit großer lokaler, nationaler und internationaler Resonanz gestalteten Berliner Programms für Künstlerische Forschung stimmt mich fassungslos. Dies kommt einem an politischer Verantwortungslosigkeit nicht zu überbietendem Kahlschlag gleich, ist der Beitrag, den das Programm für die Ermöglichung, Entwicklung und Präsenz künstlerischer Forschung leistet, von essenzieller Bedeutung nicht nur für die hiesige Kunst- und Kulturszene. Ich schreibe dies aus involvierter Position als mit dem Programm vertraute Lehrende an der Wiener Akademie der bildenden Künste, an der die Verknüpfung von künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung und Lehre einen festen Bestandteil des Curriculums bilden. Als solche sind künstlerisch-forschende Praktiken sowohl  eine Reaktion auf die sog. Informations- und Wissensgesellschaft als auch konstitutiv für deren  inhaltliche und theoretisch-methodische Gestaltung. Wie die vom Berliner Programm geförderten Projekte auf herausragende Weise zeigen, sind sie zudem Motor für die Erschließung bislang vernachlässigter und/ oder neuer Wissens- und Produktionsformen, die weit über das Akademische hinaus in unterschiedliche (Teil-) Öffentlichkeiten hineinwirken. Als solche arbeiten sie nicht zuletzt an gesellschafts- und demokratiepolitischen Agenden mit. Dazu gehören archivarische, dokumentarische, diskursive und experimentelle Publikationsformate, die geschichtliches Wissen erweitern, kulturelle Gedächtsnisformen vertiefen und Bedingungen für langfristige Infrastrukturen entlang und innerhalb bestehender Institutionen schaffen. Das überwältigende Interesse an den inzwischen zahlreichen und dabei stets medien- und spartenübergreifenden Veranstaltungen des Programms  – oftmals in Form institutioneller Interventionen und Kooperationen – ist ein Beleg für nicht zuletzt die nicht mehr wegzudenkende Verankerung von künstlerischer Forschung im internationalen Kunst- und Diskursgeschehen. 

Die Gründe der Senatsverwaltung für den Förderungsstopp liegen augenscheinlich jenseits kulturpolitisch kompetenter Expertise, denn wer das breitenwirksame und erfolgreiche Engagement eines alles andere als überfinanzierten Programms zerstört, weiß offenbar nicht um die Bedeutung künstlerischer und zukunftsorientierter Grundlagenarbeit.” 

– Univ.-Prof. Dr. Sabeth Buchmann, Akademie der bildenden Künste Wien


„Waves make waves; vibrating bodies do not vibrate in isolation.“ Diese Zeile stammt aus Anton Kats’ Performance After Hope, aus der ein Film und ein Album entstanden sind, die wir im November bei SAVVY Contemporary in einer Installation präsentieren dürfen. In dieser Arbeit denkt der Künstler aus der Ukraine über die Aktualität von Faschismus nach und wie ihm mit künstlerischen Mittel begegnet werden kann. Dieses intensive Nachdenken, Nachspüren, Nachforschen ermöglichte ihm sein Fellowship des Berliner Programm Künstlerische Forschung. Orten wie SAVVY ermöglicht dieses wichtige Programm, solche konzentrierten Arbeiten und Reflektionen mit einer größeren Öffentlichkeit zu teilen, zu proben, zu erleben und diese Impulse weiterzutragen. „Vibrating bodies do not vibrate in isolation“: Das Programm leistet einen unschätzbaren Beitrag zu diesem Innehalten, Abwägen, Positionen Erproben und Festigen, das in Zeiten rasanter Polarisierungen und gleichzeitiger Unsagbarkeiten immer wesentlicher wird.Mit unseren Nachbar:innen dieses Programm verbindet uns eine langjährige Zusammenarbeit, von den bisherigen Stipendiat:innen hat SAVVY mit bereit 13 zusammengearbeitet und wir hoffen sehr, diese Verbundenheit auch in Zukunft vertiefen zu können.“

 – Anna Jäger, Head of Communication and Curator, S A V V Y Contemporary


“Angesichts der wachsenden Komplexität unserer Gegenwart – von algorithmischen Umwälzungen bis zu globalen Konflikten- brauchen wir Formen von Wissen, die nicht in vertrauten Schubladen verharren. Künstlerische Forschung öffnet solche Räume: sie verbindet Analyse mit Imagination, tastet sich in Zwischenräume vor und entwirft neue Landkarten für das Denken. Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist zu einem seltenen Resonanzraum geworden, in dem diese Experimente möglich sind. Seine Abschaffung hieße, genau jenen Stimmen den Nährboden zu entziehen, die unsere Gesellschaft jetzt am dringendsten braucht: Perspektiven, die Unsicherheit nicht scheuen, sondern als Rohstoff für neue Erkenntnisse begreifen.

Das Verschwinden des Programms – und mit ihm der Leiterin Rike Frank – würde ein tiefes Loch in die Berliner Kulturlandschaft reißen. Ihr unermüdliches Engagement für marginalisierte künstlerische Stimmen, ihre Weitsicht und kulturpolitische Solidarität sind weit über Berlin hinaus von unschätzbarem Wert.

Darum plädiere ich dringend für den Erhalt dieses Programms: als notwendige Infrastruktur für ein interdisziplinäres Denken und Handeln, das der Gegenwart gewachsen bleibt.”

– Kaya Behkalam, Künstlerische Leitung, Künstlerhof Frohnau


„Mit großer Besorgnis habe ich von der geplanten Streichung des Programms für Künstlerische Forschung in Berlin erfahren. Diese Entscheidung bedroht nicht nur eine wichtige Förderstruktur, sondern eine zentrale Grundlage künstlerischer und intellektueller Arbeit in Deutschland.

Im Masterprogramm Live Art Forms Performative Practices der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg sehe ich täglich, wie wichtig solche Programme für die Weiterentwicklung junger künstlerischer Positionen sind. Besonders nach dem Abschluss von den Kunstakademien der Länder und dem Eintritt in eine kunstakademische Laufbahn besteht in Deutschland eine im europäischen Vergleich drastische Lücke langfristiger Finanzierung und Förderung über einzelne Ausstellungsprojekte hinaus. Die Möglichkeit, in der künstlerischen Forschung des Programms nachhaltig neue Methoden, Materialien und Denkweisen zu erproben, ist damit für viele junge Künstlerinnen und Künstler entscheidend, nicht nur für ihre individuelle Praxis, sondern auch für die Weiterentwicklung der gesamten kulturellen Landschaft.

Künstlerische Forschung eröffnet Räume, in denen ästhetische, technologische und gesellschaftliche Fragen miteinander in Beziehung treten. Sie erlaubt es, neue Technologien kritisch zu befragen, geopolitische Veränderungen zu reflektieren und dabei Formen zu entwickeln, die unser Verständnis von Welt, Gesellschaft und Zusammenleben erweitern. Die Ergebnisse solcher Forschung kondensieren sich oft in Ausstellungen, Performances und Publikationen, die weit über die Kunst hinaus wirken, sie prägen den öffentlichen Diskurs und unser kollektives Nachdenken über Gegenwart und Zukunft.

Das Berliner Programm hat hier in den vergangenen Jahren Maßstäbe gesetzt. Es war ein Ort der Ermutigung und des Experimentierens. Dass gerade Berlin, eine Stadt, die weltweit als Labor künstlerischer und intellektueller Innovation gilt, sich nun von dieser Form der Förderung abwenden will, wäre ein fatales Signal – nicht nur für die freie Szene in Berlin, sondern für die gesamte künstlerische Forschung in Deutschland.

Ich appelliere daher mit Nachdruck an Sie, das Programm für Künstlerische Forschung in Berlin fortzuführen und zu stärken, statt es zu streichen. Diese Förderung ist kein Luxus, sondern eine Investition in das kritische, imaginative und gesellschaftlich verantwortliche Denken.“ 

Prof. JP Raether, Live Art Forms Performative Practices – Master’s Program Akademie der Bildenden Künste Nürnberg


„Öffentliche Förderungen wie das Berliner Programm Künstlerische Forschung sind heute die Kunstkammern von Morgen. Dabei ist seit der Erfindung der Kunstkammer das Forschen mit künstlerischen Mitteln die DNA für Welt und Wissen einer vernetzten Gesellschaft. Wir können es uns nicht leisten, diese Voraussetzungen für Kulturerbe, Gegenwartsanalyse und Zukunftsgestaltung in einer post-globalen Welt abzuschaffen.“

– Doreen Mende, Kuratorin und Theoretikerin, ehemaliges Beiratsmitglied gkfd 


“Berlin Artistic Research Program, through its unique funding capacity, enabled me to embark on an extended field research in 2020/2021, with far-reaching effects on the way I work as an artist and how I live with people in this world.”

– Rheim Alkadhi, Artist, Fellow 2020/21


“Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist essenziell für Berlin und für Künstler*innen, damit sie in kreativen Freiräumen und unabhängig von schneller Verwertung arbeiten können. International sind solche Programme Standard und fester Bestandteil der Wissensgesellschaft. Eine Streichung des Programms Künstlerische Forschung wäre ein Rückschlag für Berlins Anspruch, künstlerisch-innovatives Zentrum und europäische Kunstmetropole zu sein.”

– Maria Eichhorn, Artist, Fellow 2020/21


“The programme enabled me to develop my long-term investigation of female nazi perpetrators and especially the figure of the female guard of the concentration camp. Thanks to this support, I was able to delve into historical and archival material seldomly or never researched so far, entering transdisciplinary dialogues with institutions and experts internationally – both from the field of contemporary art, cultural study and the political commemorative field – and develop a series of artworks and installations taking a stance at a topic that still remains taboo. Parts of this research has been extensively exhibited this year in two solo exhibitions at the Ravensbrück Memorial Foundation (with the support of the German Federal Cultural Foundation) and at the Württembergische Kunstverein Stuttgart, institutions both recognized internationally, and has contributed to initiate new inputs for historical and cultural research on the topic, thus placing the art practice as an incubator for new thoughts on the topic. This would not have been possible without the possibility of dedicating two full years on this work thanks to a steady financial support, production support, the large network of the programme and exchange with peers. The closing of the programme would be a real loss for the cultural artistic landscape both on a national and international level, dismissing years of artistic practices that are positioning themselves politically and critically in our society and are concretely pushing forward artistic discourses.”

– Dominique Hurth, Artist, Fellow 2022/23


„Recherchebasierte Formen der Kunstproduktion sind inzwischen in allen internationalen Ausstellungen und Biennalen präsent und auch viele große Institutionen beschäftigen sich zunehmend mit künstlerischer Forschung.

Nicht selten haben in den letzten Jahren Veranstaltungen und Institutionen von den Forschungsvorhaben und Stipendien, die im Rahmen des Berliner Programms Künstlerische Forschung gefördert wurden, profitiert, indem sie die vielfältigen Ergebnisse präsentiert bzw. reflektiert haben. Das einmalige Programm genießt über die Grenzen Berlins hinaus hohe Anerkennung, wird im internationalen Kontext vielfach beachtet und bewundert und ist zu einem fixen Bestandteil der Kunst- und Kulturszene Berlins geworden. Die Abschaffung dieser über die vergangenen Jahre aufgebauten Struktur steht im eklatanten Widerspruch zum Stellenwert künstlerisch-forschender Praktiken und demontiert aufs Neue den guten Ruf Berlins als Stadt für experimentelle Kunst und Kultur.” 

– Gabriele Horn, Mitglied der Jury des Deutschen Pavillons in Venedig 2026, Transmediale Advisory Board


“Das Berliner Programm Künstlerische Forschung darf nicht gestrichen werden! Es ist ein für uns wichtiger Kooperationspartner zuletzt mit dem gemeinsamen Projekt des Künstlers Anton Kats im Rahmen des Gallery Weekends im Mai 2025 und dem Artistic Research Festival jetzt im November 2025 mit international anerkannten Künstler*innen wie u.a. Henrike Naumann, Holly Herndon, Anta Helena Recke. Aber vor allem ein Partner in Crime im Schützen und Bewahren des Raumes für künstlerische Prozesse. Gute Kunst braucht Raum, Zeit und Austausch, um sich entwickeln zu können, tiefer zu graben, besser zu werden, um dringend gesellschaftliche Fragen kritisch zu befragen.“  

– Andrea Niederbuchner und Jens Hille, Sophiensaele


“Das Berliner Programm Künstlerische Forschung bietet die seltene Möglichkeit, über zwei Jahre hinweg an einem Projekt zu arbeiten – jenseits von ökonomischem Druck und den Verwertungsmechanismen des Kunstbetriebs. Es ist ein einzigartiges, international hoch angesehenes Programm mit enormer Strahlkraft weit über Berlin hinaus, das ein wichtiges Netzwerk für künstlerische Forschung geschaffen und zahlreiche herausragende Künstler*innen gefördert hat. In einer Stadt, die für kulturelle Vielfalt und experimentelle Praxis steht, wäre die Abschaffung dieses Programms ein fatales Signal: Wir würden ein Modell verlieren, das für Offenheit, Komplexität und das Vertrauen in künstlerische Prozesse steht – und damit genau die Vielfalt zerstören, die Berlin ausmacht.

Ich appelliere an die Kulturpolitik, den Fortbestand dieses Programms zu sichern und die Bedeutung künstlerischer Forschung für eine offene, innovative Kulturlandschaft anzuerkennen.”

– Univ.-Prof. Julian Göthe, Akademie der bildenden Künste Wien


“Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist ein in seiner Konzeption einmaliges Förderprogramm, das mit seiner Einführung 2020 auf höchst aktuelle Bedürfnisse im Bereich der Kunst und Kultur reagiert hat. Jenseits der wissenschaftlichen-akademischen Verankerung von künstlerischen Ph. D.-Programmen hat es die vielfältige Forschung, die einen wesentlichen Teil des derzeitigen internationalen künstlerischen und kulturellen Felds bestimmt, aufgegriffen und ihre Weiterentwicklung ermöglicht. Der besondere Zuschnitt des Stipendienprogramms erlaubte transdisziplinären Austausch ebenso wie Transfer zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Praktiken und Diskursen. Mit den forschungsbasierten Ansätzen konnten insbesondere auch solche Ansätze gestützt werden, die gesellschaftlich relevante Fragestellungen verfolgten. Mit dieser Ausrichtung hat das Programm sowohl in die lokale Berliner als auch weit in die internationale Kunstszene hineinwirken können. Das Programm einzustellen bedeutet, auf den herausragenden Beitrag, den das Programm für das international renommierte Publikations-, Vortrags-, und Ausstellungswesen geleistet hat, verzichten zu müssen. Berlin würde damit ein Alleinstellungsmerkmal im Kulturbereich mit weltweiter Ausstrahlung einbüßen. Mit größtem Nachdruck empfehle ich daher, die geplante Streichung der Finanzierung des Berliner Programms Künstlerische Forschung ab 2026 rückgängig zu machen.”

– Prof. Dr. Beatrice von Bismarck, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig


“I, Aline Baiana, an artist and former scholarship holder of the Berlin Program for Artistic Research (Künstlerische Forschung), am writing to emphasize the critical importance of this grant for fostering artistic production in Germany.

The Berlin Program for Artistic Research is a unique and vital grant that enables artists to develop complex research driven by the pursuit and sharing of knowledge, rather than by market-oriented outcomes. It provides artists with stability, security, and a degree of independence that is rare within the international art circuit. As a result, the program facilitates the creation of work rooted in complex, often interdisciplinary research, frequently resulting in innovative formats that would not be feasible elsewhere.

The program’s excellence is reflected in the international recognition of the works produced, which are regularly exhibited in prestigious global exhibitions, thereby significantly enhancing the profile of Berlin’s art scene. I am profoundly grateful for the support I received from the program and my fellow scholars while developing my most recent project, which is currently featured in the 36th Bienal de São Paulo.

I strongly urge you to reconsider the decision to discontinue this program’s funding. Its continuation is essential to honoring Berlin’s historical role in supporting artists and maintaining its position as a vital center for globally relevant art.”

– Aline Baina, Artist, Fellow 2022/23 and Participant of the 2025 São Paulo Biennial, curated by Bonaventure Soh Bejeng Ndikung


“The Berlin Artistic Research Programme provided our collective Fehras Publishing Practices with a vital framework and support that allowed us to pursue our in-depth research on publishing strategies and cultural practices in the SWANA region. Thanks to this grant, we established connections and built relationships with a diverse array of cultural workers, archivists, and collectors including those dedicated to preserving a history at risk of vanishing. Our collective explored innovative publishing mediums, engaging with publishing archives in ways that presented them as a collaborative space for multiple voices. Our activities included presentations and knowledge exchanges across various contexts, fostering connections between different communities including our presentation at lumbung documenta. 

It is deeply concerning that grants and cultural support are increasingly subject to policies of cancellation and suppression. As a collective operating at multiple levels within the cultural sphere, we are acutely aware of the serious repercussions that funding for this programme would have on Berlin’s vibrant cultural landscape. We strongly advocate for the continuation of this essential programme, as it plays a crucial role in the artistic and knowledge productions.”

– Fehras Publishing Practices, Artists, Fellows 2020/21


„Künstlerisches Forschen als eigene Form der Wissensproduktion im Kulturbereich ist eine Form der ästhetischen Praxis, die außerordentliches Potential hat. Das ist erkennbar an den Namen von Künstler*innen wie Anta Helena Recke und Bini Adamczak, die auch am HAU Hebbel am Ufer und darüber hinaus für Impulse gesorgt haben. Hier werden Grenzen zwischen Disziplinen, Genres und kulturellen Prägungen überwunden und dabei Erkenntnisse und ästhetische Gewinne erzielt. Dass die Berliner Kulturverwaltung auf die Förderung dieses Förderinstrumentes 2026/27 verzichten will, ist eine Entscheidung gegen Innovation und Zukunftsfähigkeit.“

– Annemie Vanackere, Intendanz und Geschäftsführung HAU Hebbel am Ufer


“Als Direktor der Gesellschaft der Neuen Auftraggeber und Mitinhaber der Berliner Galerie KOW protestiere ich entschieden gegen die geplante Streichung der Mittel für das Berliner Programm Künstlerische Forschung, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus hohes Ansehen genießt. Ihnen ist sicherlich bekannt, dass international zunehmend davon gesprochen wird, Berlin verliere seinen Status als bedeutende Kunstmetropole. Zahlreiche zentrale Akteur*innen der Kunstszene haben die Stadt bereits verlassen oder erwägen diesen Schritt. Mit der Entscheidung, das Programm für Künstlerische Forschung de facto zu beenden, verschärft die Senatsverwaltung diese Entwicklung erheblich und trägt aktiv zur weiteren Marginalisierung des Standortes bei.

Berlin ist aufgrund seiner wirtschaftlichen Struktur als Marktstandort für zeitgenössische Kunst ohnehin nur begrenzt relevant – und als erschwinglicher Lebensort längst nicht mehr attraktiv. Was die Stadt bisher dennoch zu einem einzigartigen Ort gemacht hat, ist ihr intellektueller und diskursiver Reichtum im Bereich der Kunst. Er ist es, der weiterhin viele international bedeutende Künstlerinnen, Kurator innen und Forschende hierhält – noch.

Mit der Schwächung gerade dieses zentralen Sektors des Berliner Kulturlebens setzt die Senatsverwaltung einen weiteren Sargnagel in das Renommee des Kunststandortes Berlin.”

– Alexander Koch, Direktor DIE GESELLSCHAFT DER NEUEN AUFTRAGGEBER


“Als in Berlin lebende Künstlerin, deren Arbeit auf künstlerischer Forschung und langfristigen Recherchen zu sozialen, politischen und ökologischen Realitäten basiert, protestiere ich entschieden gegen die geplante Streichung der Mittel für das Berliner Programm Künstlerische Forschung. Dieses Programm war – und ist – eine der wenigen strukturellen Anerkennungen dafür, dass künstlerische Arbeit nicht nur ästhetische Produktion, sondern eine Form des Wissens ist. Forschung in der Kunst bedeutet, Fragen zu stellen, die keine disziplinären Grenzen kennen, und Perspektiven sichtbar zu machen, die in

akademischen oder institutionellen Kontexten oft unsichtbar bleiben. Genau diese Offenheit, dieses Experimentieren mit Formen des Denkens und Fühlens, hat Berlin über Jahrzehnte zu einem Ort des intellektuellen Austauschs und der Solidarität gemacht.

Die geplante Streichung der Förderung ist deshalb nicht nur eine finanzielle Entscheidung – sie ist ein kulturelles Signal. Sie vermittelt, dass experimentelles, forschendes, fragendes Arbeiten in dieser Stadt keinen Platz mehr hat. Damit verliert Berlin weiter an jener lebendigen Energie, die viele von uns hierhergebracht hat und die diese Stadt zu einem Labor für zeitgenössische Kunst und Gesellschaft gemacht hat.

Ich bitte Sie eindringlich, Ihre Entscheidung zu überdenken. Die Zukunft der Kunst in Berlin hängt nicht allein an spektakulären Events, sondern an der Möglichkeit, im Kleinen, im Prozesshaften, im Suchenden zu arbeiten.”

– Pınar Öğrenci, Artist


“Das Programm Künstlerische Forschung hat fünf Jahre lang exzellente Künstler und Künstler*innen auf dem höchsten internationalen Niveau gefördert. Es hat ihnen ermöglicht, den Dingen auf den Grund zu gehen, systematische Fragen an den Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft zu stellen und daran zu arbeiten, wie sich diese Erkenntnisprozesse öffentlich teilen lassen. Viele dieser Geförderten sind heute auf internationalen Biennalen und in renommierten Projekten zu sehen. Wenn dieser Baustein der künstlerischen Förderung Berlins künftig wegfällt, verliert Berlins Kulturlandschaft an Glanz und Zukunftsperspektiven.”

– Silvia Fehrmann, Leiterin Berliner Künstlerprogramm des DAAD


“Words can scarcely convey the urgency of sustaining the Berlin Artistic Research Programme. As one of the few initiatives in the city devoted to artistic research, it has established the intellectual and infrastructural foundations for research-based artistic practice in a global context still overwhelmingly oriented toward production and output. To imagine its disappearance—particularly now, amid escalating pressures on time, labour, and imagination—would be nothing short of devastating. As alumni, we can attest that the programme offered us an invaluable condition of possibility: the time and space to think, to dream, and to recalibrate our practice outside the economies of deliverables. That, simple as it sounds, remains a rare and radical gift.”

– Nguyễn + Transitory (Nguyễn Baly & Tara Transitory), Artists, Fellows 2022/23


“Der Vorstand des Arsenal – Institut für Film und Videokunst möchte sich hiermit deutlich für die Weiterführung des Programms „Künstlerische Forschung“ aussprechen. Schon zu einem frühen Zeitpunkt der Diskussion um künstlerische Forschung prägte das Arsenal mit dem Projekt „Living Archive: Archivarbeit als künstlerische und kuratorische Praxis der Gegenwart“ (2011-13) nachhaltig den Zusammenhang von Kunst, Forschung und internationalem Filmerbe. Das Projekt beruhte auf der Erkenntnis, dass Archivforschung und künstlerische, bzw. kuratorische Praxis nicht voneinander zu trennen sind, will man das Kulturerbe nicht nur sichern, sondern in der Gegenwart verorten und zukunftsorientiert zugänglich machen. Damit zählen wir zu den vielen Institutionen weltweit, die Konzepte künstlerischer Forschung als eine ihrer Kernaufgaben etabliert hat.

Künstlerische Forschung setzt dort an, wo im Zusammenspiel von Kultur und Wissenschaft Reflektion und gesellschaftlicher Diskurs in Gang gesetzt werden, die neue Perspektiven ermöglichen. Das gleichnamige Berliner Programm hat in den letzten Jahren wesentlich dazu beigetragen, Bedeutung und Relevanz künstlerischer Forschung sichtbar zu machen, indem es Künstlerinnen und Künstlern den dafür notwendigen Raum zur Verfügung stellte und Strukturen schaffte, um die Ergebnisse in den öffentlichen Raum hineinzutragen. Dabei schaffte es vielfältige Impulse, künstlerische Forschung nachhaltig in gesellschaftliche und institutionelle Kontexte einzubeziehen, um den Herausforderungen der Gegenwart zu begegnen.

Ein solch innovatives Programm, das zeigt, wie durch künstlerische Praxis gesellschaftlicher Fortschritt angestoßen werden kann, wirkt nur dann nachhaltig, wenn es sich über einen längeren Zeitraum hinweg entwickeln kann. Das Programm „Künstlerische Forschung“ hat schon innerhalb kürzester Zeit gezeigt, dass es auf dem richtigen Weg ist. Es hat längst Vorbildfunktion eingenommen, was sich nicht zuletzt an der stark zunehmenden Zahl Bewerbungen zeigt, sondern auch an der Vielfalt herausragender künstlerischer Projekte, die daraus hervorgegangen sind. Insbesondere das überregionale und internationale Renommee ist beeindruckend und ein Vorbild für zahlreiche Initiativen, die sich nun vermehrt dem Thema widmen. Ein solches Programm nach nur 5 Jahren in Berlin zu beenden, während Institutionen im In- und Ausland ihre Initiativen im Bereich künstlerische Forschung stärken und ausbauen, kann als nur kurzsichtig bezeichnet werden und in der Folge einen Standortnachteil mit sich bringen. Wir raten deshalb dringend dazu, diese Entscheidung zu überdenken.”

– Stefan Aue, Kaufmännische Leitung und Stefanie Schulte Strathaus, Künstlerische Leitung, Arsenal Institut für Film- und Videokunst


“The Berlin Artistic Research Programme is a vital institution for the city’s cultural ecosystem. Even within my short time as Director of KW, I have already worked closely with two artists from the programme, and it is clear how deeply it has shaped and helped develop their practice. The programme also strengthens the city’s position as a place where ideas are developed, not just presented, and where art maintains a critical, generative relationship to society. I strongly support its continuation.”

– Emma Enderby, KW Institute for Contemporary Art


“In einem Moment größter künstlerischer Unsicherheit erhielt ich 2020 zeitgleich mit dem ersten Corona-Lockdown in Deutschland die Zusage zum zweijährigen Stipendium des Berliner Programms für Künstlerische Forschung. Dadurch war ich nicht nur existenziell abgesichert, ich war nun auch in der Lage, mein umfangreiches Projekt „DeConceptualize“ zu realisieren, zu dem drei Ausstellungen genauso wie ein Buch und mehrere Konzerte gehörten. Dazu konnte ich auch zahlreiche Berliner Künstler:innen an der Produktion beteiligen.

Dieses einzigartige Stipendium wird im In- und Ausland bewundert. Es gibt nirgends eine vergleichbare Künstler:innenförderung. Die geplante Streichung des Berliner Programms für Künstlerische Forschung ist nicht nur ausgesprochen unklug weil schädlich für das Image der Stadt Berlin.

Es ist dazu skandalös. Denn die vom Bürgermeister und dem Kulturdezernat schon früher geforderte Selbstorganisation im Sinne eines „Selbstmanagements“ zeichnet sich durch absolute Unkenntnis der zeitgenössischen Kunst und Kultur aus. Und angesichts der von ganz rechts ertönenden Schmähungen der Kunst erscheinen diese Kürzung durch die CDU/SPD-Regierung wie ein Agreement. Offensichtlich bedarf es gar keiner Brandmauer. Dieses Lavieren gegen die Kultur könnte wie eine Absurdität erscheinen, würden daran nicht viele Existenzen hängen, die alle demnächst Sozialhilfe beantragen werden. Deshalb ist es ein Skandal.

Die Berliner Kulturpolitik, wie sie sich nun nicht nur in den Kürzungen im Kunstbereich zeigt, ist signifikant für diese Gegenwart. Jenseits von rationalen Überlegungen wird der Kulturetat zusammengestrichen. Der Kulturetat ist der kleinste Etat im Haushalt Berlins. Und alles, was in den letzten Jahren durch Künstler:innen hart erkämpft und erstritten worden ist, wird so im Handstreich weggekürzt. Damit werden die auf Forschung basierenden freien Formen der Kunstpraxis aber auch die Freie Szene besonders unterdrückt. Der Kulturkampf von rechts scheint deshalb so erfolgreich, weil die in den letzten Jahren systematisch geschürte Verwirrung in weiten Teilen der Bevölkerung auch in der Kunst zu zu wenig Widerstand führte. Das muss sich dringend ändern.”

– Stefan Römer, Artist, Fellow 2020/21


“Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist ein einzigartiges Förderformat, das Künstler*innen die Möglichkeit gibt, über zwei Jahre hinweg intensive, recherchebasierte Projekte zu entwickeln und dabei in interdisziplinärem Austausch mit anderen Künstler*innen sowie Fachleuten zu stehen. Es verbindet kritische Wissensbildung mit ästhetischer Praxis und leistet so einen unverzichtbaren Beitrag zur Weiterentwicklung der zeitgenössischen Kunstszene Berlins. Seit seiner Einführung 2020 hat das Programm zahlreiche Projekte hervorgebracht, die sowohl lokal als auch international Beachtung gefunden haben. Gingen 2020/2021 noch 357 Forschungsanträge ein, waren es 2024/2025 schon 758 Bewerbungen! Allein diese Zahlen zeigen, dass sich das Programm in kurzer Zeit zu einem zentralen Bezugspunkt für künstlerische Forschung in Berlin entwickelt hat. Es ist eines der wenigen Formate, das den Freiraum für Forschung im künstlerischen Feld jenseits universitärer Rahmungen bietet und damit über eine klassische Produktionsförderung hinaus angesiedelt ist. Berlin hat hier eine Vorreiterrolle eingenommen. Ein solches Leuchtturmformat sollte keinesfalls abgeschafft werden.

Die geförderten Arbeiten wurden in spartenübergreifenden Veranstaltungen und in Kooperation mit renommierten Institutionen präsentiert. Das Programm stärkt nicht nur die Künstler*innen selbst, sondern auch die freie Szene insgesamt, indem es kollaborative Strukturen, interdisziplinäre Netzwerke und öffentlich zugängliche Diskurse ermöglicht. Diese breite Ausrichtung macht das Programm nicht nur zu einem Förderinstrument, sondern zu einem wichtigen Impulsgeber: für Themen wie Material- und Wissensforschung, interdisziplinäre Netzwerke, kritische ästhetische Praxis und öffentliche Vermittlung. Berlin hat damit eine Struktur geschaffen, die sich bewusst zwischen Kunstproduktion, Wissenschaft und Gesellschaft positioniert. Das Programm hat Modellwert und findet international Beachtung.

Die geplante Einstellung der Finanzierung bedroht über Jahre aufgebauten Strukturen. Mit der Abschaffung des Programms würden Arbeitsplätze in der Kulturarbeit, Räume für kritische künstlerische Wissenspraktiken und die Möglichkeit langfristiger künstlerischer Forschung verloren gehen. Angesichts der internationalen Anerkennung und der steigenden Bedeutung künstlerischer Forschung ist der Fortbestand dieses Programms von essentieller Bedeutung. Die Finanzierung des Programms Künstlerische Forschung ab 2026 nicht sicherzustellen, wäre ein großer Verlust für die künstlerische Forschungslandschaft und Innovationskraft Berlins.”

– Prof. Dr. Rosa Barba, Künstlerin, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich


“BPA// schätzt seine Kolleg*innen bei Künstlerische Forschung sehr und erkennt den wichtigen Beitrag des Programms zum kulturellen Ökosystem Berlins an. Wir sind zutiefst besorgt über die fortgesetzten Kürzungen in der ohnehin fragilen kulturellen Infrastruktur der Stadt.

Diese Einschnitte treffen vor allem junge Künstler*innen, die oft unter prekären Bedingungen daran arbeiten, ihre Laufbahn aufzubauen und Berlins kulturelles Leben zu bereichern – ein zentraler Bestandteil der Identität und Wirtschaft der Stadt. International steht die Berliner Kunstszene für Vielfalt, Offenheit und breite Teilhabe – nicht für Exklusivität.

Ebenso beunruhigt uns der Mangel an Klarheit und Transparenz in den jüngsten Förderentscheidungen. Wir rufen daher zu einem offenen Dialog zwischen Förderinstitutionen und Kultureinrichtungen auf – im Geist des gegenseitigen Respekts, der Zusammenarbeit und der gemeinsamen Ziele, die die Berliner Kulturpolitik lange geprägt haben.”

– BPA// Berlin Program for Artists


“Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist eine einzigartige Initiative, die Kunst als eigenständige Wissensform versteht und Freiräume für experimentelles, interdisziplinäres künstlerisches Forschen schafft. Es stärkt die Rolle der Kunst als kritische und imaginative Praxis, die gesellschaftliche, soziale und epistemische Fragen neu verhandelt. Für Berlin ist das Programm von zentraler Bedeutung, weil es die Stadt als Labor für ästhetisches Denken und transdisziplinären Austausch positioniert und Künstler*innen ermöglicht, neue Formen von Wissen, Erfahrung und Gemeinschaft zu erproben – ein wesentlicher Beitrag zur lebendigen, vielfältigen und forschenden Kulturlandschaft der Hauptstadt. Zahlreiche bereits renommierte Künstler*innen haben als Fellows am Programm teilgenommen und damit die kulturelle Vielfalt und internationale Strahlkraft Berlins weiter bereichert. SİNEMA TRANSTOPIA pflegt eine langjährige, inspirierende Kooperation mit dem Programm, die sich in vielfältigen innovativen gemeinsamen Veranstaltungsformaten ausdrückt. Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist unabdingbar für die Kulturmetropole Berlin und darf nicht gestrichen werden!”

– Malve Lippmann und Can Sungu, Künstlerische Leitung, Sinema Transtopia


„Programme wie das Berliner Programm Künstlerische Forschung sind zentraler Bestandteil von Prozessen der Kunstproduktion, auch im Verbund mit der Akademie der Künste. Die künstlerischen Arbeiten, die das Programm bisher ermöglicht hat, zeugen eindrucksvoll von seiner hohen Qualität, aktuell zu sehen beim „Artistic Research Festival“. Das renommierte Programm ist in seiner Dauer und Ausprägung einmalig -seine Einstellung wäre ein großer Verlust.“

– Manos Tsangaris, Präsident der Akademie der Künste Berlin


Mit großem Entsetzen habe ich vernommen, dass das Berliner Programm Künstlerische Forschung keine weiteren Mittel erhalten wird. Dieses Programm hat seit 2020 die Kunstszene in Berlin und weit darüber hinaus maßgeblich geprägt und wesentliche Projekte ermöglicht. Ich selber hatte das Stipendium 2020-2021 und konnte eine breit angelegte Forschung zur Geschichte des Codings initiieren, und eine fortlaufende Internet-Publikation realisieren, für die ich interdisziplinäre Kolleg*innen eingeladen habe, spezifische Beiträge zu entwickeln und zu veröffentlichen. Diese unabhängige Plattform wächst weiter und wurde und wird in renommierten, auch internationalen, institutionellen Kontexten präsentiert. (Z.B. Badischer Kunstverein in Karlsruhe, Lentos Museum in Linz, Ausstellungsraum Bulegoa in Bilbao, Château de Montsoreau in Frankreich, Kunstverein München).

Das unabhängige künstlerische Arbeiten hat nicht nur in der Stadt Berlin einen hohen kulturellen und politischen Stellenwert. Kürzungen und Streichungen von mühsam und häufig ehrenamtlich erarbeiteten Strukturen in der Freien Szene Berlins sind kurzsichtig und falsch. Diese Strukturen wieder aufzubauen kostet ein Vielfaches.

In Zeiten immer höher steigender Mieten und zunehmendem politischen Rechtsruck verliert Berlin wichtigste Stimmen und Aktivitäten, die die Stadt zu dem machen was sie ist, und warum Menschen auf der ganzen Welt dorthin reisen und Kunst und Kultur der Stadt bewundern. 

Das innovative Feld der künstlerischen Forschung wird seit Jahren als wegweisend gefördert, es entstehen Professuren dafür an Kunsthochschulen, und es wird durch seine Interdisziplinarität auch in Zukunft einen hohen Stellenwert im kulturellen Feld besitzen. Berlin hat mit dem Programm Künstlerische Forschung und auch mit der Gesellschaft für künstlerische Forschung Pionierarbeit geleistet und genießt höchstes Ansehen in diesem Bereich. Es handelt sich dabei um einen erstklassigen Verbund, der andere Programme prägen wird.

Das Arbeiten im Forschungsverbund mit den anderen Stipendiat*innen und erstklassig besetzter Geschäftsführung eröffnete mir und allen, die davon profitieren durften, ein hochgradig professionelles und kompetentes Umfeld.

Ich appelliere dringlichst dafür, das Programm weiter zu finanzieren und diese wertvolle Struktur nicht vorschnell und unbedacht zu zerstören!

– Katrin Mayer, Artist, Fellow 2020/21


“Es ist ein Armutszeugnis, dem wertvollen und höchst produktiven Berliner Programm Künstlerische Forschung keine Finanzierung mehr zu gewähren. Allerdings bezieht sich Armut hier nicht auf die prekäre Berliner Finanzlage, sondern auf die kulturpolitische Ignoranz bezüglich forschender künstlerischer Positionen und ihrer vielfältigen Einmischung in die bestehenden Verhältnisse. Trotz ihrer Anerkennung, ihrem ’symbolischen Kapital‘, ist diese Kunstrichtung von den existierenden Fördermöglichkeiten her marginalisiert, ihre oft zeitintensiven und auch kostspieligen Rechercheprozesse und Realisierungsverläufe bleiben unsichtbar und schlichtweg unbezahlt. Jüngst erst hat Isabelle Graw die schwindende Bedeutung der Kunstkritik für das Marktgeschehen überzeugend analysiert. Ist es da nicht unabdingbar, dass die Kunst selbst kritisches Wissen produziert, und dies über die traditionell bildungsinstitutionalisierten Hüter:innen von Erkenntnisgewinn, den (Kunst-)Hochschulen mit ihren postgradualen Qualifikationsangeboten hinaus? Aber selbst unter dem Gesichtspunkt der zunehmenden hochschulischen Etablierung künstlerischer Forschung: Welche Förderungen soll es denn für die künstlerisch Forschenden nach ihrer Promotion geben? Die freie Kunstszene hat derzeit nichts zu lachen, bedroht vom Abbau der Atelierförderung und eben der Umstrukturierung des Kunstmarktes. Immerhin hat Berlin jahrzehntelang mit seiner Attraktivität für Künstler:innen gepunktet. Um das nicht zur reinen Koketterie verkommen zu lassen und um den Anschluss an internationale Tendenzen in der künstlerischen Produktion und ihrer Beteiligung am Ausstellungsgeschehen von der documenta über die Biennalen zu Kunstvereinen nicht zu verlieren, muss das Berliner Programm Künstlerische Forschung bleiben – im Sinne eines kulturell relevanten, kritischen Diskurses, wie ebenso im Sinne der Freiheit der Kunst.”

– Hanne Loreck


“Künstlerische Forschung  – gefördert durch ein Stipendiatenprogramm –  war und ist ein außerordentlich erfolgreiches Modellprojekt mit durchgängig positiver Resonanz weit über Berlin hinaus. Die geplante Streichung dieses Programms ist ein weiterer Beitrag zum Weg Berlins in die kulturelle Bedeutungslosigkeit.”

– Karin Scheel, Künstlerische Leiterin Schloss Biesdorf


“Die angekündigte Einstellung der Förderung für das Berliner Programm für künstlerische Forschung ist ein Fehler. Die Kürzung um 100 % bedeutet nichts anderes als das Aus für ein einzigartiges und international anerkanntes Leuchtturmprojekt – eines, das seit Jahren zeigt, wie sich künstlerische Praxis und Forschung gegenseitig beflügeln können. Berlin lebt von seinem Ruf als Stadt der Freiheit, der Experimente und der wilden Ideen. Genau das macht dieses Förderprogramm möglich: Künstler*innen, die mit der Energie der Forschung neue Wege gehen, gesellschaftliche Fragen auf den Kopf stellen und Erkenntnisräume öffnen, an die man ohne Kunst gar nicht denken würde. Seine Einstellung wäre ein Rückschritt mit Ansage. Wer Innovation, Offenheit und Mut zur Zukunft will, sollte nicht ausgerechnet dort kürzen, wo sie täglich gelebt werden. Dieses Programm ist kein Luxus. Es ist Teil dessen, was Berlin zu Berlin macht.”

– Mathias Zeiske, Head of Literature & Film, DAAD


„Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist einzigartig in Europa. Gerade Kunstschaffende, die zwischen den Disziplinen arbeiten oder die oft nicht im kommerziellen Kunstbetrieb agieren, können dadurch frei von Normierungen und Druck arbeiten. Künstlerische Forschung erweitert unsere Vorstellungen von Kunst und deren Rolle im Wissenstransfer. Mit künstlerisch-forschenden Ansätzen werden Kunstwerke erschaffen, die wichtige Beiträge leisten zur Stärkung von unabhängigem kritischem Denken oft für gesellschaftlich relevante Fragestellungen – also etwas, wofür Berlin in der Vergangenheit stand und mit diesem Programm weiterhin stehen kann.”   

– Dr. Kathleen Reinhardt, Direktorin Georg Kolbe Museum Berlin und Kuratorin Deutscher Pavillon Venedig 2026


Ich plädiere mit Nachdruck für die Weiterführung des Berliner Programm Künstlerische Forschung. Dieses Programm leistet einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung künstlerischer Forschung und ihrer vielfältigen Vermittlungsformen innerhalb der freien Kunstszene. Künstlerische Forschung, verstanden als eine verkörperte und materialisierte Form der Wissensgenerierung, entfaltet ihre Wirkung oft jenseits akademischer Strukturen. Sie eröffnet Räume der Teilhabe, in denen sich eine kritisch-diskursive Kultur lebendig entfalten kann.

Die Themenfelder dieser ästhetischen Praxis sind weit gespannt – sie reichen von ökologischen, soziologischen und kulturellen bis hin zu erkenntnistheoretischen und ethischen Fragestellungen. Kaum eine andere Förderstruktur unterstützt diese meist langfristigen, tiefgreifenden und experimentellen Forschungsprozesse in vergleichbarer Weise.

Trotz begrenzter Ressourcen hat sich die künstlerische Forschung in den vergangenen Jahren im nicht-akademischen Kunstfeld etabliert. Sie prägt internationale Biennalen und findet zunehmend Eingang in die Programme etablierter Kunst- und Kulturinstitutionen.

Diese Entwicklung verdient nicht nur Anerkennung, sondern aktive Unterstützung. Die Förderung künstlerischer Forschung ist heute mehr denn je Ausdruck eines demokratischen Selbstverständnisses – einer Kultur, die Fragen zulässt, Ambivalenzen aushält und Zukunft denkbar macht.”

– Elke Bippus, Präsidiumsmitglied der Gesellschaft für künstlerische Forschung in der Bundesrepublik Deutschland von 2018-2020.


“Das geplante Ende der Finanzierung des Berliner Programms Künstlerische Forschung alarmiert uns. In einer Zeit, in der künstlerisch-forschende Praktiken zu den dynamischsten und erkenntnisstärksten Formen zeitgenössischer Kunst zählen, sendet dieser Schritt ein fatales kulturpolitisches Signal. Gerade Institutionen wie die nGbK zeigen seit Jahrzehnten, wie eng künstlerisches Arbeiten und Wissensproduktion miteinander verwoben sind. In unserer 56-jährigen Geschichte haben wir zahlreiche recherchebasierte Formate und Ausstellungen realisiert, darunter das Projekt „Radikale Passivität“ (2020) in Kooperation mit der Gesellschaft für künstlerische Forschung, deren Gründung die nGbK mit initiiert hat. Die Abschaffung dieses in seiner Form einzigartigen Förderprogramms würde nicht nur eine zentrale Förderstruktur zerstören, die die Verbindung von künstlerischer Praxis und Forschung sichtbar macht. Sie träfe erneut die freie Szene Berlins, eben jenen Bereich, der die Stadt international u.a. durch weltweite Netzwerke und Forschungsprojekte prägt, zugleich aber seit Jahren überproportional von Kürzungen betroffen ist. Eine solche Entscheidung wäre ein Rückschritt, ein Zeichen gegen eine offene, wissensbasierte und zukunftsorientierte Kulturpolitik.”

– Annette Maechtel, Geschäftsführung nGbK


“As an alumna (2022–2023), I can attest that the programme was decisive for my artistic research and practice. It provided economic stability and a rigorous, caring context at a crucial time, including during a sensitive period in 2023 when I faced challenges related to a chronic illness. At a moment when non-commercial space in the arts is shrinking worldwide, this programme stands as vital infrastructure enabling research that is not governed by market imperatives and can therefore take necessary risks — refining perception, fostering critical thinking, and cultivating art communities that help us imagine alternatives for more inclusive and socio-environmentally just futures for the majority of the planet. The programme fosters ethically grounded research methodologies, deep cross-disciplinary dialogue, and public engagement that Berlin’s cultural ecosystem urgently needs. I strongly urge the Senate to secure continued funding beyond 2025 so that this unique infrastructure for artistic research can endure and grow.”

– Barbara Marcel, Artist, Fellow 2022/23


„As a fellow of the Berliner Programm Künstlerische Forschung 2022–23, I am deeply saddened by the decision to end its funding. The program has been vital in fostering artistic research as a form of knowledge production, connecting art, society, and critical inquiry. Its closure would be a step backwards, not only for Berlin’s cultural landscape but also for Germany as a leading voice in innovation and contemporary culture.“

– Ming Poon, Artist, Fellow 2022/23


Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist von unschätzbarem Wert für die Berliner Kunst- und Kulturlandschaft. Es schafft Freiräume, in denen künstlerische Prozesse als echte Forschung verstanden und neue Formen des Denkens, Machens und Zusammenarbeitens erprobt werden können. Das Programm ermöglicht es, Fragen zu stellen, für die es sonst keinen Raum gäbe – jenseits von Produktionsdruck und Verwertungslogik. Eine Kürzung würde genau jene kritischen und innovativen Ansätze gefährden, die Berlin als Ort für zeitgenössische künstlerische Produktion international prägen.

Wir fordern daher nachdrücklich, das Programm in seinem vollen Umfang zu erhalten und zu stärken – jede Reduktion wäre ein Verlust für die künstlerische Vielfalt, die kreative Freiheit und die Zukunftsfähigkeit Berlins.” 

– silent green


„Das Berliner Programm Künstlerische Forschung bietet nicht nur eine zweijährige Sicherheit für künstlerisch forschende Künstler:innen, sondern ist eine grundlegende Struktur für den kritischen, künstlerischen Diskurs, die weit über Berlin hinaus wirkt. Diese Struktur ist über die vergangenen Jahre aufgebaut und erweitert worden und eine Streichung der Förderung bedeutet den Verlust dieses wichtigen und einzigartigen Pfeilers des Wissenstransfers, der Produktion und Kollaboration.“  

– Juliane Bischoff, Kuratorin Kunsthalle Portikus, Frankfurt/Main


“Das Berliner Programm künstlerische Forschung ist in der kulturellen und wissenschaftlichen Landschaft ein einzigartiger, transdisziplinärer Kontext. Es zeigt, dass Forschung in den unterschiedlichsten Formen stattfindet: textuell, filmisch, sonisch, kollektiv, performativ, kuratorisch, aktivistisch. Das Programm steht für einen kritischen Wissens- und Kulturbegriff, den es in zunehmend rechtskonservativeren Zeiten zu schützen gilt. Wir selbst haben das Stipendium zwischen 2020 und 2021 erhalten und fordern dessen unbedingtes Fortbestehen!”

– Mareike Bernien & Alex Gerbaulet, Fellows 2020/21


I hereby want to address my full support to the unique Berlin Artistic Research Programme, led by Rike Frank. It would be an immense loss to the cultural landscape if the program will end. Knowledge and community that has been carefully built over the years will be disappear. The program should continue to exist, as it is unique in its approach and what it fosters: artistic research for artists who work in different media, and are experimenting with form, bringing forward urgent societal and global topics. Practices that are deeply rooted in years long research, connecting local and international practices: bridging academia and the artistic field. The program has been generously supporting creating community, and knowledge and in my case leading to an immersive film installation that has been shown as a solo exhibition at Kunstinstituut Melly, Rotterdam (2024), and was part of the 36th Bienal de São Paulo (2025). 

– Sara Sejin Chang, Fellow 2022/23


Das Berliner Programm Künstlerische Forschung ist eine zentrale Struktur für künstlerische Forschung in Deutschland. Seine Abwicklung würde einen spürbaren Abbau dieser ohnehin fragilen Infrastruktur bedeuten. Ich verfolge die Aktivitäten des Programms seit seinen Anfängen und bin seit 2023 als Beiratsmitglied beteiligt; zudem habe ich an Kooperationen über Berlin hinaus mitgewirkt, etwa mit der Temporary Gallery 2025.

Das Programm fördert künstlerische Forschung jenseits der Fördertöpfe wissenschaftlicher Forschung und jenseits produktionsorientierter Kulturförderung. Es schließt damit eine wichtige Lücke, indem es künstlerischer Praxis ermöglicht, sich zu befragen und weiterzuentwickeln. Die internationale Ausstrahlung des Programms und seiner ehemaligen Stipendiat:innen zeigt deutlich die Relevanz einer solchen Struktur.

Während künstlerische Forschung im benachbarten Europa institutionell durch Ausstellungsinstitutionen, Studiengänge und spezifische Förderlinien gut aufgestellt ist, fängt das Berliner Programm für Künstlerische Forschung in Deutschland fehlende Strukturen auf. Seine Schließung würde eine weitere internationale Marginalisierung künstlerischer Forschung in Deutschland bedeuten.

– Lucie Kolb, Professorin Critical Publishing, Leiterin Make/Sense PhD Programm IXDM, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW


I am writing in strong support of the Berlin Artistic Research Program, where I was a fellow from 2022–23. After completing my practice-based PhD in London, I chose to relocate to Berlin precisely because it fostered a unique culture of artistic research. During my fellowship at Künstlerische Forschung, we held rigorous group discussions, organized public events, and produced new works.  The fellowship enabled me to realize a large-scale project with two distinct artistic outputs, both presented in international exhibitions. Just as importantly, it sustained a Berlin-based international network of artists, thinkers, and more-than-human collaborators who research, share, and produce together. In the spirit of Kropotkin’s insight that “all flourishing is mutual,” this communal space is a vital one.  

It is therefore alarming to see Berlin Senate withdrawing this support, which I had understood to be part of the city’s very heart and soul. This decision will accelerate the cultural erosion of a city that once promised to be a free land for artistic experimentation. I strongly urge the Senate to reconsider this decision. 

– Didem Pekün, Fellow 2022/23