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künstlerische forschung berliner förderprogramm

 
 

Stefan Römer

Minimal deConceptual (Arbeitstitel)

Mein Projekt „Minimal deConceptual“ basiert auf der Hypothese, dass Minimalismus und Konzeptualismus höchst relevante Grundlagen für künstlerische Forschung gelegt haben: im künstlerischen Schreiben als Selbsterforschung und Selbstermächtigung sowie der Sprache als Material.

Das Thema meines Forschungsvorhabens ist das bisher vernachlässigte Verhältnis von minimalistisch-konzeptueller Kunst zur Minimal Music, dabei soll auch die Ausblendung weiblicher und nicht-weißer Künstler*innen kritisch untersucht werden. Und: Wie klingt konzeptuelle Musik?

Mein Modell künstlerischer Forschung verbindet Praxis und Theorie in der Kunstproduktion: Meine Künstlertheorie „Inter-esse“ ist wörtlich als spezifisches Dazwischen-Sein zu verstehen: zwischen Praxis und Theorie, zwischen Empfindung und Ratio, zwischen konzeptueller Kunst, Film und Musik sowie zwischen Geschichtsschreibung und deren Ausschluss von weiblichen und nicht-weißen Künstler*innen. Über diese Fragestellung verfasse ich ein Buch, das 2021 erscheinen soll.

Es formuliert die Grundlage meiner künstlerischen Forschung: Inter-esse (selbst-)analysiert künstlerische Konstellationen mithilfe postpanoptischer Diagramme, die die jeweils involvierten Interessen in Beziehung zu künstlerischen und philosophischen Fragestellungen setzen – nach Foucault ist dem ein Kontrollaspekt implizit.

In meinem Projekt „Minimal deConceptual“ werde ich diese Inter-esse-Konstellationen als Diagramme aufzeichnen und Soundstrukturen entwickeln, die wie Diagramme funktionieren. Dazu möchte ich gerne „Deep Listening-Viewing-Sessions“ mit Gästen veranstalten.

Stefan Römers Arbeiten sind für einen dekonstruktiven Umgang mit Bild, Sound und Text bekannt. Sie verbinden verschiedene Arbeitsmethoden zeitbasierter und performativer Praktiken. Seinen transmedialen Ansatz mit postpanoptischen, feministischen und postkolonialen Praktiken nennt Römer „de-konzeptuell“. Ausstellungen und Performances seit 1985: Gründung des kunstaktivistischen Kollektivs „FrischmacherInnen“ (1993–2000); Dissertation zum Thema „Künstlerische Strategien des Fake – Kritik von Original und Fälschung“ (2001); Fotobücher: „Corporate Psycho Ambient“ (2001), „Begegnungen mit Deutschen“ (2003), „Temporäre Architekturen“ (2005); Filmessay: „Conceptual Paradise“ (2006); Professur Neue Medien (AdBK München 2002–2009); Künstlertheorie: „Inter-esse“ (2014); Buch und Tonträger: „Stan Back“ (2011–2015); Film-Performance: „ReCoder“ (2018–2020); mit Marc Matter: „Deconceptual Voicings“ (LP 12“, 2019).