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Maria Eichhorn

Rose Valland Institut 

Das „Rose Valland Institut“ ist ein interdisziplinär ausgerichtetes und unabhängiges künstlerisches Projekt von Maria Eichhorn. Es erforscht und dokumentiert die Enteignung der jüdischen Bevölkerung Europas und deren Nachwirkungen bis in die Gegenwart. Benannt wurde es nach der Kunsthistorikerin Rose Valland, die während der deutschen Besatzungszeit in Paris die Plünderung der Deutschen in geheim gehaltenen Listen aufzeichnete. Nach dem Krieg arbeitete sie für die Commission de Récupération Artistique und trug maßgeblich dazu bei, NS-Raubkunst zu restituieren.

Ausgehend von Maria Eichhorns vorherigen Forschungsprojekten „Restitutionspolitik / Politics of Restitution“ (2003) im Lenbachhaus München und „In den Zelten…“ (2015) im Haus der Kulturen der Welt Berlin widmet sich das „Rose Valland Institut“ dem Themenbereich ungeklärter Eigentums- und Besitzverhältnisse von 1933 bis heute. Das Institut thematisiert Fragen zu Eigentum an Kunstwerken, Immobilien, Vermögenswerten, Unternehmen, Objekten und Artefakten, Bibliotheken, wissenschaftlichen Arbeiten und Patenten, die in der NS-Zeit jüdischen Eigentümer*innen in Deutschland und in den besetzten Ländern entwendet und bis heute nicht zurückgegeben wurden.

Das Institut mit Sitz in Berlin wurde von Maria Eichhorn anlässlich der documenta 14 gegründet und während der Laufzeit der documenta vom 10. Juni bis 17. September 2017 in der Neuen Galerie in Kassel präsentiert. Zwischen Oktober 2018 und März 2020 kooperierte das „Rose Valland Institut“ mit dem Käte Hamburger Kolleg „Recht als Kultur“ der Universität Bonn. Es wurden Provenienzrecherchen beauftragt, weiterführende Interviews geführt sowie öffentliche Präsentationen in Bonn, Turin und Berlin veranstaltet.

Seit April 2020 setzt das „Rose Valland Institut“ seine Arbeit im Rahmen des Berliner Förderprogramms Künstlerische Forschung in Berlin fort und recherchiert den Verbleib der während der NS-Zeit enteigneten Sammlung David Friedmann.

Maria Eichhorn ist Künstlerin und lebt in Berlin. Einzelausstellungen waren unter anderem im Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich (2018–19), der Chisenhale Gallery, London (2016), der Morris and Helen Belkin Art Gallery, Vancouver (2015), und im Kunsthaus Bregenz (2014) zu sehen. Eichhorn nahm an der documenta 14 in Athen und Kassel (2017), der documenta 11 in Kassel (2002) und der 56. Biennale von Venedig (2015) teil. Ihre Werke wurden unter anderem im Centre Pompidou, Paris; im Museo de Arte, Mexiko-Stadt; im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin; im Centro de Arte Reina Sofía, Madrid und im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris gezeigt. Zu ihren zahlreichen Publikationen zählen „Film Lexicon of Sexual Practices / Prohibited Imports“ (2019), „5 weeks, 25 days, 175 hours“ (2016), das Werkverzeichnis / Catalogue raisonné (2015), „The Artist’s Contract“ (2009) und „Maria Eichhorn Aktiengesellschaft“ (2007); außerdem richtete sie die Website rosevallandinstitut.org (2017) ein.